Unser WG-Mitglied und stellvertretender Ortsbürgermeister in Neustadt/Heese Kai Peters wurde von der CZ nach den Gründen gefragt – hier seine vollständige Antwort:
„Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass die Wahlbeteiligung in Bereich Neustadt / Heese im Vergleich zu den Kommunalwahlen 2021 gestiegen ist. Waren es damals sowohl bei den Orts- als auch Stadtrats- sowie der Kreistagswahl noch Wahlbeteiligungen zwischen 37% und 38%, war die Beteiligung dieses Mal zwischen 48,8% und 53,3%.
Da bei einer Kommunalwahl leider keine umfangreichen Befragungen der Wähler*innen wie bei Landtags- oder Bundestagswahlen durchgeführt werden, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, wie die immer noch zu geringe und die gleichzeitig gestiegen Wahlbeteiligung zu erklären ist. Eine nahe liegende Schlussfolgerung, abgeleitet aus den vergangenen Landtagswahlen könnte sein, dass a) Nichtwähler mobilisiert wurden die b) mehrheitlich die AfD gewählt haben. Immerhin verzeichnet die AfD im Wahlbereich Neustadt/Heese einen Zuwachs von 14,1%. Allerdings haben auch Grüne und Linke zulegen können, so dass die Antwort vielleicht doch nicht so eindeutig ist.
Leider stattet das Niedersächsische Kommunalverfassungsrecht Ortsräte mit äußerst wenigen Befugnissen aus, so dass Ortsräte nicht so wirksam wahrgenommen werden wie bspw. Stadtrat oder Kreistag. Hinzu kommt, dass es sich beim Ortsteil Neustadt/Heese um einen sozio-ökonomisch als auch sozio-kulturell schwachen Ortsteil handelt dem daher auch in der Stadtpolitik nicht die Aufmerksamkeit gewidmet wird, die er verdient hätte.
Ich bin daher der festen Überzeugung, dass Politik, auch und gerade in den Ortsteilen, wieder mehr einen „aufsuchenden“ Charakter bekommen muss. Neben regelmäßigen Bürgersprechstunden muss Politik sich wieder trauen, mit den Menschen an den Gartenzäunen, auf den Straßen und zentralen Plätzen sowie in den Vereinen in das direkte Gespräch zu gehen. Aktives Zuhören und daraus konkretes politisches Handeln abzuleiten schafft für die Menschen im Ortsteil wieder mehr Selbstwirksamkeit und das Gefühl, gesehen und gehört zu werden. Dazu gehört meiner Meinung nach auch und gerne der direkte Austausch mit Schüler*innen sowie das Erklären von Politik und das Diskutieren darüber in interessierten Schulklassen.“
Hier geht es zur Berichterstattung der CZ:
Niedrigste Wahlbeteiligung in Celle: Warum nur jeder Zweite in Neustadt und Heese wählen geht
